Peter C. Krell (suct)
Zu Peter C. Krell:
Peter Chulmin Krell ist Kulturwissenschaftler, DJ, Autor und Musikproduzent. In seiner Jugend begann er zu malen, machte schon in den 80ern Streetart und organisierte in Hamburg und Berlin Clubs und Parties, bei denen elektronische Musik und Natur eine übergeordnete Rolle spielten. Seine Naturverbundenheit ließ in auch im Bereich der Nachhaltigkeit, aber auch im Bereich der Entwicklungshilfe arbeiten. Da für ihn kultureller Fortschritt und Technik sich nicht getrennt von einander denken lassen, hat er in einem verzweifelten Akt gegen Gewaltentertainment ein kulturelles Magazin für Computer- und Videospiele Entwicklung mit dem Namen GAME FACE gegründet. Dabei ging´s vor allem darum, Alternativen zu zeigen zum kommerziell erfolgreichen Gewaltentertainment, das aber seiner Ansicht nach zur Verrohung der Gesellschaft und zur Einübung von Gewalt als probatem Mitte der Konfliktlösung führt. Pazifismus und Völkerverständigung lagen ihm immer sehr am Herzen. Und diesem pazifistischen Kredo ist er bis heute treu geblieben. Das spiegelt sich auch in seiner Musik wieder und in seinen KI Bildern. Seine zentralen Themen sind Identitätsbilder von Menschen zwischen Kulturen, normative Vorstellungen drum herum einer Gesellschaft im Wandel, Grenzen, Fehler, in denen unsichtbare Systeme sichtbar werden, das Verstehen, Herzversagen, Liebe und Integration.
Peter C. Krell ist 50 Jahre alt, hat ein Kind und ist einer der ältesten lebenden Deutsch-Koreaner. In den Neunzigern gründete er in Berlin, wo er 30 Jahre gelebt hat, eine Künstler Gruppe mit dem Namen ?Syntax Error?.
Artist Statement:
Wenn KI Kunst beendet und wir in einer Welt der Post-Stile leben, in der KI jeden Style imitieren kann, führt die parallel einsetzende Beschleunigung der Wahrnehmungsangebots unweigerlich zum Realitätsverlust oder zur absoluten Surrealität und einen Realtitätsschock, in der Walter Benjamins Auratismen nur noch projizierte Zwischenstadien auf dem Weg zur Selbst-Erkenntnis sind. Auch Identitäten zwischen Kulturen und im rasenden Stillstand absoluter Beschleunigung führen auf vielen Ebenen dazu, dass ein jeder von uns sagen können sollte: Wir sind viele. Und Kunst kommt bekanntlich vom Können.
Kunst im Alltag, Kants interessenloses Wohlgefallen und Punk wie andere Post-Stile stehen in der Jahrtausende alten Kulturtradition des Rausches, in dem Über-Ich und Ich-Bild-Pluralismen parallel existieren dürfen und somit Vielfalt ermöglichen.. Kunst ist so gesehen eine Grenzüberschreitung, speziell Streetart oder AI Art. Beide bezeichnen wie damals Net Art einen Zwischenraum in einem Durchgangsstadium zu etwas Neuen hin. Werden und Vergehen bezeichnen den kontinuierlichen Lauf des Lebens, der bisweilen in seinen Grundfesten durch Umweltkatastrophen, Terror und Kriege bedroht wird. Das Reale wird durch die anhaltende Komplexitätexplosion immer surrealer und im Surrealen offenbart sich Kunst, auch wenn sie im Realen existiert und das Surreale meint.
"Die Tradition der Kunst ist die Tradition des Rausches und jeder Versuch von Gesellschaften den Rausch zu unterdrücken, führt nur dazu, dass diese Energien viel monströser aus irgendeinem nicht bewachten Gully hervorschiessen." (Heiner Müller)
Und genauso verhält sich das für mich mit der Liebe. Wir lieben uns und unsere Monster. Wie die Krell in Science Fiction Movie "Forbidden Planet" von 1956 ihre Intelligence Enhancer.
Als mündige Erwachsene können wir abschließen mit Ferris Buler aus Ferris Buler´s Day Off sagen: "Life moves pretty fast. If you don't stop and look around once in a while, you could miss it." (Ferris Buler, denn keiner war enger in touch mit seinem Inneren Kind als er.)
KI und KGI (AGI) erschafft aus dem Kontext von Realität und Ready Mates verblüffend Neues und lässt uns eine Welt jenseits epochaler Stile denken. Dies als Befreiung zu begreifen erschließt sich einem vor allem dann, wenn man das Korsett Identitätsprägender Stile, die auch einen Kunstmarkt meinen, ablegt.