ARTSTADT
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Viktoria Grunjajew

Viktoria

In meiner Arbeit stehen fiktive Figuren im Vordergrund. Figuren, die polarisieren und nicht durch Lieblichkeit auffallen müssen. Sie haben ihre Ecken und Kanten und manchmal sogar eine unheimliche Aura. In meiner Arbeit hinterfrage ich die einfache Einteilung in Gut und Böse und den äußeren, schönen Schein. Bewusste und unbewusste Kreation wechseln sich dabei im Entstehungsprozess dieser Charaktere ab. Im Anschluss werden die Formen, Kompositionen und Farben so lange korrigiert, bis ein Gesamteindruck entsteht, mit dem ich zufrieden bin. Um meinen Schöpfungen plastische Form zu verleihen, arbeite ich unter anderem mit Textilien, Keramik oder digital in der virtuellen Realität. Nicht das Medium oder die Technik stehen dabei im Vordergrund, sondern die Figuren und ihre Formen selbst. Die Geschöpfe haben ihre eigene metaphysische Sprache, die aus dem Spiel der Kreativität resultiert – ohne einfache Erklärungen oder Klischees. Für mich ist Spiel ernst genug, es bereitet auf das Leben vor. In der medialen Wahrnehmung sehen wir die schönen, freundlich lächelnden Gesichter aus Werbung und Social-Media. Sie stehen im Kontrast zu den täglichen Nachrichten, welche zumeist die hässliche Seite der Welt zeigen. Dabei wissen wir aus Erfahrung, „Schönes“ muss nicht gut sein und „Böses“ nicht hässlich. Dennoch verfallen wir oft diesem Irrglauben. Wenn ich meine Figuren erschaffe, denke ich an das „Kimo-Kawaii“ Gestaltungsprinzip, was so viel bedeutet, wie „Merkwürdig-Schön“. Das Prinzip kommt aus Japan, wo die Unterteilung in Gut und Böse traditionell nicht so stark ausgeprägt ist, wie in Märchen und Erzählungen der westlichen Welt, die uns von klein auf prägen. Auch ich möchte unser binär geprägtes Denkmuster durchbrechen. Die Figuren sollen ambivalente Empfindungen auslösen – eine Mischung aus positiven und negativen Gefühlen und damit die Mehrdeutigkeit und Vielfalt fördern. Damit die Welt etwas grauer und somit auch bunter wird.

Werke in der Galerie (3)

Profil aus dem ARTSTADT-Galerie-Katalog. Diese Künstler*in hatte kein Archiv-Profil auf der alten artstadt.com — die Bio stammt direkt aus dem Werks-Verzeichnis.